Von Wegen

Wer auf Wegen geht, geht da, wo vor ihm bereits jemand gegangen ist, denn sonst wäre es kein Weg, sondern ein offenes Feld, ein unbekanntes Meer, also ein Nicht-Weg. Wenn aber jemand „seinen Weg geht“, heisst das eher: Er muss erst irgendwo hingehen, bevor das, was er hinter sich lässt, zu einem Weg wird.

Reale Bildungswege liegen wohl irgendwo dazwischen. Zwar gibt es sie, die Bildungs-Autobahn-Fahrerinnen und Bildungs-Autobahn-Fahrer. Doch längst nicht alle fahren Autobahn – oder mit Bourdieu gesprochen: Nicht alle kriegen eine Autobahnvignette in die Wiege gelegt. Das hiesige Bildungssystem erlaubt glücklicherweise auch weniger lineare Bildungswege, welche sich die Menschen aus vorgefertigten Teilstücken und oft unter gütiger Mithilfe Dritter zusammenschustern. Welcher Weg letztendlich der schnellste, beste, sinnvollste und erkenntnisreichste ist, zeigt sich oft erst unterwegs.

Auch mein Bildungsweg war meistens keine Autobahn. Umwege, Schleichwege und ein paar Irrwege gehören mit dazu, ganz nach dem Moto: „Wozu Schule, wenn man zehn Meter hohe Bäume im Garten hat?“.

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