Blended Learning

Aus aktuellem Anlass:
«Distance Learning» ist – vor dem aktuellen Hintergrund – als ein Oberbegriff zur Darstellung des Lehr-/Lernsettings zu verstehen, d.h. Lernen/Lehren über eine gewisse Distanz/ohne «face-to-face» in physischer Anwesenheit/Präsenz, dies zumeist webbasiert – reines Online-Lernen/Lehren.
Die Hauptunterscheidung liegt hier – wie im Intranet der FHNW ausgeführt – in synchroner und asynchroner Kommunikation oder einer Mischung beider Kommunikationsformen.
ACHTUNG: Diese Mischung deutet weder auf «Hybrid Education» noch «Blended Learning» hin!

Als ein medienpädagogisches Grundkonzept ist u.A. «Blended Learning» zu benennen (hier geht es zum entsprechendem WB-Angebot der FDL). Die Methode des «Flipped Classroom/Inverted Classroom» ist eine spezifische Ausprägung/Form des Blended Learnings. Blended Learning Szenarios können zwar auch als Distance Learning Settings realisiert werden, doch aus der aktuellen Notlage heraus erfolgte im FS 2020 eine ad-hoc-Umstellung der (zumeist) Präsenzlehre auf Distance Learning, insofern ist das nicht als Blended Learning zu bezeichnen.
Auch im HS 2020 sind Seminare/Veranstaltungen, die je einer kleinen Gruppe von Studierenden/Teilnehmenden Präsenzveranstaltung(en) unter Massnahmen des Schutzkonzeptes ermöglichen, keine Blended Learning Veranstaltungen. Im HS 2020 sind folgende Szenarien leitend.

Digitales Lehren und Lernen in der Hochschule bedeutet, digitale Technologien in Lehr-/Lernsettings zu integrieren, um die (hochschul-)didaktischen, pädagogischen und lerntheoretischen Ziele bestmöglich zu erreichen. Webbasierte Lehr-/Lernräume einzubeziehen, erfordert von den Lehrenden die Auseinandersetzung mit zentralen Aspekten wie beispielsweise mit den Besonderheiten der synchronen und asynchronen Kommunikationen des „Kulturraums Internet“ oder mit Fragen zur Medienethik.

Blended Learning in der Aus- und Weiterbildung an der Hochschule

Blended Learning-Szenarien in der Aus- und Weiterbildung an der Hochschule basieren auf einem medienpädagogisch wie hochschuldidaktisch begründeten Lehrkonzept. Hierbei rücken die vom Lehrenden und bestenfalls im Team mit einer/einem E-Tutor/-in betreuten webbasierten, kooperativ und kollaborativ gestalteten Lehr-/Lernszenarien in den Vordergrund. Im Zentrum steht dabei die begründete Verknüpfung von Präsenz- und Online-Phasen. Im Vergleich zu einer Präsenzlehrveranstaltung, wie beispielsweise den wöchentlichen Seminaren während eines Semesters, gibt es beim Blended Learning weniger Face-to-Face-Sitzungen, also Präsenzsitzungen (synchrone Kommunikation unter real Anwesenden). Häufig finden neben diesen Face-to-Face-Sitzungen in Präsenz auch webbasierte synchrone Settings statt wie Videokonferenzsitzungen, Webinare oder Lehrveranstaltungen in kollaborativen 3D-Umgebungen (z.B. in OpenSim, AULA oder SecondLife). Der Besuch dieser synchronen Online-Sitzungen wie auch der Face-to-Face- Präsenzsitzungen ist im Rahmen von Blended Learning-Formaten obligatorisch, d.h. verbindlich. Die Anzahl der synchronen Sitzungen variiert je nach (hochschul-)didaktischem Konzept.

Blended Learning – so könnte eine allgemeine Definition lauten – ist eine (medien-)didaktisch professionelle Realisierung der Verknüpfung von Präsenzphasen und moderierten, d.h., durch die Lehrperson begleiteten Online-Phasen unter Einbeziehung verschiedener webbasierter Tools.

Blended Learning ist NICHT

  • die „reine“ Abwechslung von Präsenzphasen und Phasen des selbstgesteuerten Lernens innerhalb der klassischen LV in Präsenz – auch wenn hierbei die Studierenden bzw. Teilnehmenden allein oder in Gruppen online zusammenarbeiten.
  • ist nicht Flipped Classroom (vorrangige Begriffsverwendung im schulischen Kontext) oder Inverted Classroom (vorrangige Begriffsverwendung im Hochschulkontext)
  • eine Präsenzveranstaltung (wie bspw. eine wöchentlich stattfindende LV während eines Semesters), auch wenn dort ein LMS oder weitere webbasierte Werkzeuge verwendet werden, die zur Bereitstellung von Lern-/Lernmaterialien genutzt werden, d.h., zur Dateiablage von Texten, Präsentationen oder auch Audio- und Video-Podcasts und zur Veranstaltungsorganisation (Hinweise zum Lesen der Texte, LV-Ausfall oder Raumänderungen etc.). Hierbei handelt es sich um das sogenannte Anreicherungskonzept (Gudrun Bachmann et al. 2002).
  • eine LV, welche die seit der Bologna-Reform berechneten Stunden für das sogenannte individuelle Selbststudium der Studierenden als eine Verknüpfung mit einem Online-Informationsangebot (s.o.) versteht. Diese selbstgesteuerte Lernzeit steht den Studierenden bzw. Teilnehmenden von Blended Learning-Veranstaltungen zusätzlich zur Verfügung.
  • die Bezeichnung für den Umstand, wenn einzelne Präsenzsettings ausfallen und dafür ein Lernfilm, Learning Nuggets oder Online-Vorträge zur Verfügung gestellt werden.
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