KI-Tools 1.0: Litmaps®

Wer Materialien für seine Lehrveranstaltungen, Beiträge für seine Forschung oder generell weiterführende Informationen zu bestimmten Themenbereichen sucht, nutz hierfür oftmals die Literaturrecherche. Mit den Jahren hat man sich hier seine eigene Arbeitsweise angeeignet. Aber was wäre, wenn man diese durch ein KI-Tool unterstützen lassen könnte, um zielführender an die benötigte Literatur zu gelangen.

Dieser Frage widmet sich der folgende Blog-Artikel, in dem das KI-Tool Litmaps vorgestellt wird.

Das Team von Litmaps vertritt die Ansicht, dass das KI-Tool die Art und Weise, wie Lehrende, Forschende und Interessierte Artikel entdecken und recherchieren, verändert. Dies basiert auf ihrer Annahme, dass herkömmliche Methoden wie die Suche nach Schlüsselwörtern und das Durchsuchen von Referenzen für die mittlerweile Millionen von Artikeln, die online aktuell existieren, nicht mehr geeignet sind.

Litmaps nutzt stattdessen ein Zitationsnetzwerk – mit ständig angepassten und weiterentwickelten Algorithmen – um Literatur zu finden, die mit anderen Suchmethoden eventuell übersehen werden könnte. Dabei werden wissenschaftliche Publikationen herangezogen, die auf folgenden Netzwerken geteilt wurden:

Weitere Informationen zur Methode gibt es auf der Website von Litmaps.

Bevor wir auf die Funktionen von Litmaps eingehen, kurz ein paar Fakten zur Anmeldung, den Kosten und dem Datenschutz des Tools (ohne Gewähr, Stand 24.06.2024).

Um Litmaps nutzen zu können, benötigt man einen Account. Dieser ist kostenlos und kann entweder mit einer E-Mail-Adresse, einer Verknüpfung zu Google oder einer Verknüpfung zur ORCID angelegt werden.

Nach der Anmeldung verfügen Nutzende zunächst über einen kostenfreien Account, in dem eine einfache Literaturrecherche durchgeführt werden kann. Wenn beispielsweise mehrere Recherchen gleichzeitig benötigt werden, auf die Informationen über längere Zeit zugegriffen werden soll oder eine Verknüpfung zu Zotero erwünscht ist, gibt es die Möglichkeit Litmaps auf Litmaps Pro upzugraden. Es stehen verschiedene Abo-Modelle zur Verfügung, die zwischen 12.50$ und 40$ pro Monat kosten.

Litmaps Ltd. hat seinen Hauptsitz in Neuseeland. Genaue Ortsangaben des Servers liegen auf der Website unterdessen nicht vor. Im Hinblick darauf, dass Nutzende keine persönlichen oder personenbezogenen Daten eingeben, sondern mit Hilfe von Schlagworten nach Literatur zum Thema suchen, ist der Datenschutz schätzungsweise vergleichbar mit dem von anderen Literaturrecherche-Plattformen wie bspw. Google Scholar.

Nun starten wir aber endlich mit den spannenden Funktionsweisen des KI-Tools… Die erste angebotene Funktion, nach dem Login ist die Erstellung einer Litmap (Abb. 1).

Abb. 1. Screenshot Start-Bildschrim Litmaps (24.06.24, eigene Aufnahme).

Es öffnet sich ein neues Fenster, in dem ein Suchbegriff eingeben werden kann (Abb. 2).

Abb. 2. Screenshot Litmaps mit Suchbegriff Artificial Intelligence (24.06.24, eigene Aufnahme).

Wie zu erwarten, erhält man bei einem solch eher unspezifischen Suchbegriff eine Vielzahl an Treffer (Abb. 3).

Abb. 3. Screenshot Litmaps mit Suchbegriff Artificial Intelligence und Ergebnis-Liste (24.06.24, eigene Aufnahme).

Wählt man nun einen bestimmten Artikel aus der Liste aus, so erscheint im rechten Feld das Abstract, so dass man einen kurzen Einblick in die Inhalte der Publikation erhält. Im Anschluss daran kann man durch den Button «Create Litmap» eine interaktive Literatur-Struktur erstellen lassen (Abb. 4 und Abb.5).

Abb. 4. Screenshot Litmaps mit Suchbegriff Artificial Intelligence, Ergebnis-Liste und dem ausgewählten Abstract zu «What is Artifical Intelligence» von James H. Fetzer, 1990 (24.06.24, eigene Aufnahme).
Abb. 5. Screenshot Litmaps ausgehend von der Publikation «What is Artifical Intelligence» von James H. Fetzer, 1990 (24.06.24, eigene Aufnahme).

In dem generierten Schaubild werden nun Publikationen dargestellt, welche die ausgewählte Ursprungs-Publikation «What is Artifical Intelligence» von James H. Fetzer, 1990, zitiert haben – Zitationsverbindungen werden durch einen Punkt mit Verbindungslinie dargestellt (Abb.5).
Sobald man eine der angezeigten Punkte anwählt, erscheinen weiterführende Informationen zur jeweiligen Publikation, wie der Titel, die Autorenschaft und das Abstract (Abb. 6).

Abb. 6. Screenshot Litmaps ausgehen von der Publikation «What is Artifical Intelligence» von James H. Fetzer, 1990 mit neu angewählter Publikation «Transcranial Doppler analysis based on computer and artificial intelligence for acute cerebrovascular disease» von L. Gan, 2023 (24.06.24, eigene Aufnahme).

Durch das Anklicken des jeweiligen Titels einer Publikation, kann in der Regel auf eine der genannten Datenbanken zugegriffen werden.

Dieses kurze Beispiel zur Erstellung einer Litmap mit Hilfe von Litmaps zeigt auf, dass eine Literaturrecherche, die ausgehend von einer bestimmten Publikation gestartet wird, rasche und sichere Ergebnisse liefert. Ebenfalls kann statt eines Suchbegriffes direkt zu Beginn eine Publikation genutzt werden, um eine Litmap erstellen zu lassen.
Erwähnenswert ist an dieser Stelle, dass Litmaps am besten in englischer Sprache funktioniert, und nicht alle online existierenden Publikationen für Litmaps verfügbar sind.

Wir wünschen Ihnen in der Zukunft viel Spass bei Ausprobieren und eine erfolgreiche Literatursuche!

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