Von Wegen

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Wer auf Wegen geht, geht da, wo vor ihm bereits jemand gegangen ist, denn sonst wäre es kein Weg, sondern ein offenes Feld, ein unbekanntes Meer, also ein Nicht-Weg. Wenn aber jemand „seinen Weg geht“, heisst das eher: Er muss erst irgendwo hingehen, bevor das, was er hinter sich lässt, zu einem Weg wird.

Reale Bildungswege liegen wohl irgendwo dazwischen. Zwar gibt es sie, die Bildungs-Autobahn-Fahrerinnen und Bildungs-Autobahn-Fahrer. Doch längst nicht alle fahren Autobahn – oder mit Bourdieu gesprochen: Nicht alle kriegen eine Autobahnvignette in die Wiege gelegt. Das hiesige Bildungssystem erlaubt glücklicherweise auch weniger lineare Bildungswege, welche sich die Menschen aus vorgefertigten Teilstücken und oft unter gütiger Mithilfe Dritter zusammenschustern. Welcher Weg letztendlich der schnellste, beste, sinnvollste und erkenntnisreichste ist, zeigt sich oft erst unterwegs.

Auch mein Bildungsweg war meistens keine Autobahn. Umwege, Schleichwege und ein paar Irrwege gehören mit dazu. Dabei war der Einstig besonders harzig: „Wozu Schule, wenn man zehn Meter hohe Bäume im Garten hat?“.
Die Wende kam in der Diplommittelschule. Lernen war nun weniger fremdbestimmt, Themen wurden differenzierter betrachtet und Wissen wurde zum Versprechen für eine aufregende Zukunft.

Im Anschluss an die Diplommittelschule 3 (Heute FMS), welche insbesondere auf soziale Berufe vorbereitete, absolvierte ich eine zweijährige Ausbildung zum Medizinischer Masseur. Das Wissen über den menschlichen Körper erschloss neue Dimensionen der Selbst- und Fremdwahrnehmung. Theoretisches Wissen wurde zum praktischen Wissen, der eigene Körper zum Medium dieser Transformation.

Die Massagen haben mir dann auch geholfen, mein Studium zu finanzieren. Zwei Semester Geschichte, ein Bachelorstudium in Französisch und Philosophie sowie einen Master in Erziehungswissenschaften mit Schwerpunkt Bildungstheorie und Bildungsforschung. Vor meinem Studium legte ich die Eidgenössische Maturitätsprüfung ab. Die Matura brauchte ich, weil mein DMS 3 Abschluss auf dem Weg zur Uni eine Sackgasse war. Die Uni sollte es sein, denn hier sah ich eben nicht nur Wald und Wege, sondern auch offene Felder und weite Horizonte.

Die abschliessenden Semester meines Masterstudiums durfte ich als wissenschaftliche Hilfskraft bei Prof. Dr. Hans-Ulrich Grunder arbeiten. Ein grosses Glück, wie sich herausstellte, denn ganz ungewohnt zügig ging es von da an Richtung Masterabschluss und von da direkt zu Ricarda T.D. Reimer und Team zum anwendungsorientierten interdisziplinären Forschungsprojekt FHNW Robo-Lab. Voller Dankbarkeit und Freude mache ich mich auf den Weg.

Mehr zum Forschungsprojekt RoboLab

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