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Digitales Lehren und Lernen in der Hochschule bedeutet, digitale Technologien in Lehr-/Lernsettings zu integrieren, um die (hochschul-)didaktischen, pädagogischen und lerntheoretischen Ziele bestmöglich zu erreichen. Webbasierte Lehr-/Lernräume einzubeziehen, erfordert von den Lehrenden die Auseinandersetzung mit zentralen Aspekten wie beispielsweise mit den Besonderheiten der synchronen und asynchronen Kommunikationen des „Kulturraums Internet“ oder mit Fragen zur Medienethik.

Blended Learning in der Aus- und Weiterbildung an der Hochschule

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Blended Learning-Szenarien in der Aus- und Weiterbildung an der Hochschule basieren auf einem medienpädagogisch wie hochschuldidaktisch begründeten Lehrkonzept. Hierbei rücken die vom Lehrenden und ggf. im Team mit einer/einem E-Tutor/-in betreuten webbasierten, kooperativ und kollaborativ gestalteten Lehr-/Lernszenarien in den Vordergrund. Im Zentrum steht dabei die begründete Verknüpfung von Präsenz- und Online-Phasen. Im Vergleich zu einer Präsenzlehrveranstaltung, wie beispielsweise den wöchentlichen Seminaren während eines Semesters, gibt es beim Blended Learning weniger Face-to-Face-Sitzungen, also Präsenzsitzungen (synchrone Kommunikation unter real Anwesenden). Häufig finden neben diesen Face-to-Face-Sitzungen in Präsenz auch webbasierte synchrone Settings statt wie Videokonferenzsitzungen, Webinare oder Lehrveranstaltungen in kollaborativen 3D-Umgebungen (z.B. in OpenSim, AULA oder SecondLife). Der Besuch dieser synchronen Online-Sitzungen wie auch der Face-to-Face- Präsenzsitzungen ist im Rahmen von Blended Learning-Formaten obligatorisch, d.h. verbindlich. Die Anzahl der synchronen Sitzungen variiert je nach (hochschul-)didaktischem Konzept.

Blended Learning – so könnte eine allgemeine Definition lauten – ist eine (medien-)didaktisch professionelle Realisierung der Verknüpfung von Präsenzphasen und moderierten, d.h., durch die Lehrperson begleiteten Online-Phasen unter Einbeziehung verschiedener webbasierter Tools.

Blended Learning ist NICHT

  • die blosse Abwechslung von Präsenzphasen und Phasen des selbstgesteuerten Lernens innerhalb der klassischen LV in Präsenz – auch wenn hierbei die Studierenden bzw. Teilnehmenden allein oder in Gruppen online zusammenarbeiten.
  • eine Präsenzveranstaltung (wie bspw. eine wöchentlich stattfindende LV während eines Semesters), auch wenn dort ein LMS oder weitere webbasierte Werkzeuge verwendet werden, die zur Bereitstellung von Lern-/Lernmaterialien genutzt werden, d.h., zur Dateiablage von Texten, Präsentationen oder auch Audio- und Video-Podcasts und zur Veranstaltungsorganisation (Hinweise zum Lesen der Texte, LV-Ausfall oder Raumänderungen etc.). Hierbei handelt es sich um das sogenannte Anreicherungskonzept (Gudrun Bachmann et al. 2002).
  • eine LV, welche die seit der Bologna-Reform berechneten Stunden für das sogenannte individuelle Selbststudium der Studierenden als eine Verknüpfung mit einem Online-Informationsangebot (s.o.) versteht. Diese selbstgesteuerte Lernzeit steht den Studierenden bzw. Teilnehmenden von Blended Learning-Veranstaltungen zusätzlich zur Verfügung.
  • ist, wenn einzelne Präsenzsettings ausfallen und dafür ein Lernfilm, Learning Nuggets oder Online-Vorträge zur Verfügung gestellt werden.

Lernplattformen (LMS) sind an fast jeder Hochschule eingeführt. An der FHNW sind dies Moodle und OLAT.

Für den professionellen Einsatz des LMS Moodle hat die Fachstelle ein ebook „Didaktik: Praktisch! Moodle-ebook “ publiziert und bietet darüber hinaus kompetenzorientierte Weiterbildungen an.

In diesem Veranstaltungsformat ist die reine Wissensvermittlung auf online-gestützte Lernumgebungen fokussiert (z.B. durch das Aufzeichnen von Vorlesungen oder kurzer Online-Lerneinheiten). Demgegenüber wird die Präsenzzeit (virtuell oder real) dafür genutzt, einen aktiven und kollaborativen Lernprozess zu ermöglichen.

Die Fachstelle bietet hierzu Workshops mit dem Fokus an, wie Ansätze des Inverted Classroom optimal in Blended Learning-Umgebungen integriert werden können und wie sich dabei die Rolle des Lehrenden verändert.

Literatur: 
Bachmann, G., Dittler, M., Lehmann, T., Glatz, D. & Rösel, F. (2002): Das Internetportal “Learn Tec Net” der Universität Basel: Ein Online-Supportsystem für Hochschuldozierende im Rahmen der Integration von E-Learning in die Präsenzuniversität: In: Bachmann, G., Haefeli, O., Kindt, M. (Hrsg.): Campus 2002: Die virtuelle Hochschule in der Konsolidierungsphase, Reihe Medien in der Wissenschaft, Münster: Waxmann, Bd. 18, S. 87-9.